Samstag, 18. Oktober 2008

Samstag Abend

und ich sitz Zuhause. Wie fast immer. Lust zu meiner Mutter runter zu gehen hab ich nicht, also bleibt mir nur mein unfertiges Zimmer. Ab und an leistet mit meine Katze Gesellschaft. Ist aber recht unzuverlässig.
Gerade musste ich feststellen, dass ich ganz schön kitschig veranlagt bin. Wenn man auf meinem Bett liegt schaut man nun blauen Organza Stoff an, auf dem ein paar künstliche Efeublätter liegen und am Kopfende schlingt sich eine Efeuranke um die Metallstäbe. Einmal bitte den Prinz zum wach küssen vorbei schicken!
Efeu. Ja das ist mein Name und es ist meine liebste Pflanze. Woher sollte das ganze Grünzeug-Getue auch sonst kommen. Der gemeine (hrhr...) Efeu (Hedera helix) ist eine giftige Kletterpflanze. Das sollte jedem irgendwie geläufig sein. Das liebe Gewächs steht für Leben, Treue und Freundschaft. Warum für Leben? Weil dder liebe Efeu ein ganz harter ist. Naja, ein ganz zäher wohl eher. Manch einem wird vielleicht aufgefallen sein, dass man die hübschen grünen Blätter überall findet. Und so leicht auch garnicht mehr los wird. Treue und Freundschaft kommen von der Tatsache, dass Ivy nicht leben kann ohne sich an etwas anzuschmiegen.
Was vielleicht weniger bekannt ist und was ich inzwischen selbst erkunden dufte, der Klettermax mag es nicht sonderlich im Zimmer gehalten zu werden. Es fängt schon dabei an, dass die wenigsten eine tolle alte Mauer rumstehen haben doer n hübschen morschen Baum... Aber das lässt sich ja noch irgendwie hinbiegen. Ist das Gewächs draussen standhaft und pflegeleicht, erweist es sich in den eigenen vier Wänden als Zuwendungsbedürftig. Man muss sehr achtsam sein was die Wasserzufuhr angeht und auch wo das liebste steht. Oder hängt. Zu viel Wasser mag man nämlich nicht und zu wenig ist auch nicht zu raten. Also werde ich mal sehen, wie lange ich mein neustes Exemplar halten kann. Das letzt ging mir nach kaum drei Wochen ein -.-
Nungut. Warum hab ich mir den Namen nun gegeben? Weil ich mich nicht unterbekommen lassen will. Weil es immer weiter geht, egal wie. Ich liebe die Freiheit, frische Luft und das ganze Draussen. Im Zimmer, wenn ich mich nicht frei entfalten kann, brauche ich dafür um so mehr Zuwendung. Auf Wasser verzichte ich gerne, dafür bedarf es Zuneigung und Zärtlichkeiten. Ebenso brauche ich etwas zum anschmiegen. Ohne einen festen Halt bin ich so gut wie verloren. Das erklärt auch mein momentanes Unwohlsein. Doch genauso wie mein pflanzliches Vorbild, will ich meinen "Partner" nicht einschränken. Es freut mich viel mehr zu sehen, wie er sich neben mir entwickelt. Ruhig darf er seine Äste in alle Richtungen ausbreiten. Doch der Stamm, der gehört mir. Er gibt mir meinen nötigen Halt und ausreichend Wärme. Natürlich kann es passieren, dass ich mal einw enig zu weit wucher. Doch dann ist es dem Betroffenen gestattet mich zurück zu schneiden. Das ist eben manchmal einfach nötig.
Momentan fühle ich mich allerdings wie eine frei stehende Pflanze. Bei dem Gedanken muss ich zu meinem Süßen auf dem Regal schauen und stelle fest, dass es wohl nicht der optimale Platz für ihn ist. Warum solls mir also besser gehn als ihm O.o
Mal sehn ob ich einen anderen schönen Platz finde. Hätte ja eine Idee, hab aber Angst, das ihm das dann zu schattig ist. Aber das sollte nicht so das Problem sein, oder? Ausprobieren kann ich es auf jeden Fall. Wenn er es nicht mag, bin ich eben ein wenig klüger.

Dann stell ich jetzt mal meinen grünen Liebling um und schau was sich noch so anfangen lässt mit dem Abend und meiner Laune. Die jetzt einw enig besser ist. Selbstanalyse ist was feines... vorallem auf diese Art.
Bis dann

Ivy

Es wird nicht früher...

... aber schlimmer.
Es war ein toller Abend. Waren zu viert auf dem Schelmish Konzert in Aschaffenburg. Suer Stimmung, gute Musik... ne Menge Spaß und Bewegung. Das was man von Schelmish erwartet und nie enttäuscht wird.
Und auch danach is noch alls toll. Man unterhält sich noch, hat Spaß. Dann kommt ein Punkt, der bringt alles zum wanken. Zum fallen. Kennt ihr das? Es kann ein winzig kleines Detail sein... aber es zieht alles nach unten. Heute war es ein Missverständnis. Ein Irrtum einer Freundin die zu Besuch ist. Das hätte genauso mir passieren können... bin auch gut in sowas. Aber naja. Ich bin nicht böse, es ist schade, dass sie jetzt schon morgen fährt anstatt am Sonntag.
Doch irgendwie hat mich das jetzt wieder nachdenklich gestimmt. Man denkt wieder über Sachen nach, die man schon ne Weile aus dem Kopf geschmissen hatte. Weil es doof ist. Weils überflüssig ist und weil man eigentlich weiss, dass es absoluter Schwachsinn ist. Und trotzdem taucht es in solchen Momenten wieder auf. Hallo auch.
Heute haben wir die üblichen Bekannten zu besuch. Kenn sie inzwischen wirklich gut. Da wäre Mr. Überflüssig. Er sorgt dafür, dass ich das Gefühl habe hier nicht her zu gehören. Nirgends meinen Platz zu haben. Mit ihm kommt Ms Ungewollt. Die einem einredet, dass einen niemand mag. Es keinen Menschen gibt, der es verdient hat mich ertragen zu müssen. Es zu meiner Topfgröße keinen Deckel gibt.
Danke auch.
Das Angebot von einem ebenfalls Leidenden auf ne Pizza vorbei zu kommen, muss leider bis nächste Woche warten. Und auch ein wenig umgestellt werden. Da ich hier mehr Privatsphäre habe als er in seiner WG. Aber das ist ja nichts, was sich nicht bewältigen lässt. Freu mich also auf Kino und ne leckere Pizza.

Nebenbei sage ich mir mal wieder meinen Lieblingssatz: "Und ich sag noch zu mir: Dass ist echt dumm was du da machst!". Und es bringt mal wieder nichts. Schön dass es dumm ist. Ich tus trotzdem. Wie meistens. Diesmal lass ich nicht los. Auch nicht das erste Mal. Kennt ihr das? Ihr findet durch Zufall zu einem tollen und vorallem passenden Zeitpunkt den Menschen, den ihr gerade gebrauchen könnt. Dieses Ding enspricht auch noch euren Vorlieben und scheint ganz nett zu sein. Also, nix wie ran. Ja... und dann stellt sich raus, das is garnicht so einfach wie gewollt. Und eigentlich hat man garnicht die nötie Kraft. Aber hört man dann auf? Ne natürlich nicht... und warum? Weil: Toll.Scheiße da. Du weißt genau was fürn Mist du da baust und machst trotzdem weiter. Es ist genau das Gegenteil von dem was dir gut tun würde. Und trotzdem bringst du das nötige auf um den Kontakt aufrecht zu erhalten. In meinem Fall wegen einem einzigen schönen Tag. Dabei war es mein schöner Tag. Vielleicht garnicht mal seiner. Geschweige denn von unserem.
Ich bin naiv. Ich weiß das. Aber das macht es nicht besser. Und vorallem bin ich in ner miesen Situation. Ich fühl mich allein und ungewollt. Ich bin kein Mensch der klammert. Aber eben nur wenns mir gut geht. Doch damit es mir gut geht, brauche ich einen gewissen Rückhalt. Den habe ich nicht. Momentan nicht. Momentan is da nur Angst. Und die lässt mich klammern. Und nerven. Und bäh sein. Was ja dann wieder dafür sorgt, dass ich nicht nur mir selbst auf den Nerv gehe. Klasse Sache. Ich will nicht klammern. Das ist dämlich. Es ist überflüssig. Ich bemüh mich. Wirklich.

Mit diesem Versprechen verschwinde ich jetzt ins Bett. Es ist spät und es war ein langer Tag. Der nächste steht noch vor mir. Also sollte ich schlafen. Ich werde wieder ne Menge Mist träumen. Ich weiß es. Aber da muss ich durch.

Also bis dann.

Ivy

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